Hadayatullah Hübsch im Gespräch [H&J # 3, Sommer 2006]
„Deutschland ist eine Art König der Herzen“
Hier & Jetzt im Interview mit dem Schriftsteller und Religionswissenschaftler Hadayatullah Hübsch
Der von der Bush-Administration seit Jahren betriebene „Kampf der Kulturen“ nimmt immer konkretere Formen an. Nach dem Überfall auf den Irak droht nun ein Angriff auf den Iran. Im Zuge dieser Kriege und Konflikte wird immer wieder auch davon geredet, daß der Ost-West-Konflikt durch einen Konflikt „Westen“ versus „Islamische Welt“ abgelöst werde. Aus diesem Grund befragte „Hier & Jetzt“ den muslimischen Geistlichen und Religionswissenschaftler Hadayatullah Hübsch über den Islam und die Möglichkeiten, einen „Kampf der Kulturen“ zu verhindern.
Sehr geehrter Herr Hübsch, seit den Attentaten von London hat das Thema „Islam” Hochkonjunktur in eigentlich allen Medien der westlichen Welt. Wie mächtig und einflußreich ist der Islamismus als politischer Faktor Ihrer Einschätzung nach denn überhaupt in den islamischen Staaten?
Die Anzahl der tatsächlich militanten, aktiv in Gewaltakte verstrickten sog. Islamisten ist sicherlich sehr klein im Verhältnis zur Gesamtzahl aller, die sich zum Islam als ihrer Religion bekennen. Sonst hätte es längst eine Flut von Terrorakten gegeben. Die Anzahl derer, die naiv oder bewußt als Unterstützer von Terrororganisationen auftreten, zum Beispiel indem sie Geld spenden, ist nach meiner Einschätzung erheblich größer, aber auch sie ist vergleichsweise klein, wenn wir die rund 1,3 Milliarden Muslime weltweit sehen. Gefährlicher hingegen ist eine emotionale Begeisterung für „Terror-Helden“. Sie wird genährt durch das Gefühl, vom Westen bevormundet oder ausgebeutet zu werden, und von einer pathetischen Beschwörung des Islams, der aber eher Mythos für diese Leute ist, denn eine tatsächliche Erfahrung durch das Befolgen der islamischen Werte. Das heißt, daß ungebildete, unwissende Leute, die die Grundgebote des Islams kaum erfüllen, also beispielsweise das tägliche Beten einzuhalten, sich einfach begeistern lassen von der Vorstellung, sie seien schon dadurch etwas Besonderes, wenn sie blind rumkrakeelen. Aber so aufgeputscht sind sie bisweilen leichte Beute für Demagogen und können bisweilen als nützliche Idioten zu verbrecherischen Taten verführt werden. Sie wähnen, dadurch der Armut, Perspektivlosigkeit und dem Komplex, nichts wert zu sein, zu entkommen. Wenn wir aber prüfen, inwieweit sie zur Zeit wirklich eine Rolle spielen, dann entdecken wir, daß sie bei der politischen Willensentscheidung kaum eine Rolle spielen, das heißt radikale politische Islamisten-Parteien sind etwa in Pakistan oder Bangladesh relativ unbedeutend. Sie werden nur bisweilen aufgewertet, wenn die großen Parteien sie als Zünglein an der Waage für die Regierungsbildung benötigen. Aber in Prozentzahlen gemessen sind sie winzig.
Befindet sich Ihrer Ansicht nach die Welt schon in einem „Kampf der Kulturen”, wie ihn der amerikanische Politologe Samuel Huntington vorhergesehen hat? Besteht die Gefahr, daß die USA aus ihren geoplitischen Interessen heraus bewußt eine „Islamophobie” in Europa kreieren, um damit von ihren eigenen Hegemonieansprüchen im ölreichen Nahen Osten abzulenken?
Zunächst möchte ich fragen, von welchen Kulturen in diesem Schlagwort vom „Kampf der Kulturen“ die Rede ist, das heißt, was diese Kulturen beinhalten und was sie wollen beziehungsweise geben. Eine abendländische Kultur im Sinne eines Humanismus, einer Aufklärung und christlichen Geboten wie der Nächsten- und Feindesliebe existiert ja weitgehend nur noch in der Theorie, als Forderung. Realität ist doch eher, daß der Westen wie der Osten überschwemmt wird von einer ziemlich primitiven „Kultur“, die zudem ständig weiter verflacht. Die Vergnügungsindustrie à la Hollywood, Disneyland und Hitparade tritt ja kaum noch für Werte ein, die das Abendland als geistige Größe berühmt gemacht haben. Hinzu kommt das Überhandnehmen eines Steinzeit-Kapitalismus, in der der Mensch dem Menschen ein Wolf ist, in dem Ellenbogen-Mentalität, Eigennutz, Suchtverhalten und sexuelle Obsessionen regieren. In einer Art Kulturimperialismus haben die Produkte dieser Unkultur längst auch den Osten erobert, wo, wenngleich nicht so schamlos öffentlich wie im Westen, Pornographie, Betrügereien, Korruption und billigste Unterhaltung ebenfalls an der Tagesordnung sind. In den sogenannten islamischen Ländern wird zwar viel von der hohen Ethik des Islams geredet, in den Medien wie in den Moscheen werden hohe moralische Ziele und Prinzipien gepredigt, aber nicht umsonst hatte der Prophet Mohammed prophezeit, daß in der Zeit, in der der Materialismus weitgehend die Welt beherrschen wird, die geistlichen Führer zu den schlimmsten Kreaturen unter dem Himmelszelt zählen würden, von den Politikern ganz zu schweigen. Die Idole und Ikonen des Westens, von Madonna bis Michael Jackson, sind längst auch im Osten etabliert. Gier nach Reichtum ist dort schon lange stärker als ein Streben nach Reinheit des Herzens und des Gemüts. Von daher gesehen ist der Kampf, von dem Huntington spricht, bereits entschieden. Was aber noch offen ist, ist die Auseinandersetzung auf dem politischen Parkett, der Bühne des Scheins. Da ist ein Machtspiel im Gange, das aber auf innere Werte wohl pfeift und in ökonomischen Einheiten rechnet beziehungsweise der Vorherrschaft von Familien-Klans. Natürlich braucht die USA für dieses Spiel den Anti-Helden, den Buhmann. Osama bin Laden wird dazu ja regelrecht aufgebaut. Und nicht nur die USA lebt seit Jahrhunderten davon, daß sie für edle Cowboys widerliche Schufte benötigt, die Comic-Industrie bezeugt das ja, oder der Film. Und auf dem politischen Parkett gibt es demzufolge die notwendige Verurteilung, um nicht zu sagen Verdammung des Islams, der die Rolle des bösen Kommunismus übernehmen mußte. Wenn die Medien, die die eifrigen Vorreiter im Schüren von Ängsten vor dem barbarischen Muselman sind, berichten würden, was der Koran wirklich lehrt, käme heraus, daß es nur wenig Unterschiede in der Moral von Christentum und Humanismus einerseits, und einem Islam, wie ihn der Heilige Prophet Mohammed lebte und lehrte andererseits gibt.
„Deutschland wird geliebt, weil man die Werte schätzt, die sein Volk auszeichnen“
Sie selbst halten Kontakte zu islamischen Gemeinden in der ganzen Welt. Wie beurteilt man hier den „Westen”, wie sieht man die Deutschen?
Deutschland und der Deutsche haben zumeist einen guten, ja sehr guten Ruf in den islamischen Ländern. Auswandern würde man zwar am liebsten in die USA, des Geldes wegen und nicht aus Zuneigung, Deutschland aber wird geliebt, weil man die Werte schätzt, die sein Volk auszeichnen. Deutschlands Wertarbeit, von Mercedes bis Siemens, ist sozusagen unschlagbar. Deutsche Sportler, von Boris Becker bis Beckenbauer, werden bewundert. Und für viele ist Hitler immer noch ein großer Führer. Man schätzt an den Deutschen ihre sprichwörtlichen Tugenden, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Sauberkeit, Opferbereitschaft. Und man träumt vom Schwarzwald, von den Autobahnen. Das wird oft zum Klischee und ist so unkritisch, daß es peinlich werden kann, und hängt gewiß damit zusammen, daß Deutschland nur kurze Zeit Kolonialmacht war. Andere Länder werden zwiespältiger, mißtrauischer betrachtet, aber aufgrund ihrer ökonomischen und politischen Stärke genießen auch sie Hochschätzung. Doch da sie als Kolonialmacht oder Macht, die bestimmend und fordernd auftritt, eine stärkere persönliche Präsenz haben, fürchtet man sie auch bzw. man setzt das eigene Selbstwertgefühl dagegen. Deutschland hingegen ist eine Art König der Herzen.
Viele Deutsche sind sehr beunruhigt, weil sich hierzulande Parallelgesellschaften muslimischer Zuwanderer bilden. Viele Stadtteile in westdeutschen Großstädten haben ihren deutschen Charakter weitgehend verloren. Ist es da nicht nachvollziehbar, daß viele Deutsche einen Zuwanderungsstopp und auch eine geordnete Ausländerrückführung fordern, wie sie ja selbst die CDU in der Kohl-Ära noch Anfang der achtziger Jahre betrieben hat?
Parallelgesellschaft hat es schon immer gegeben. Wir haben heutzutage in unserem Lande so viele ethnische Gruppierungen, die relativ geschlossen sind, aber die Muslime stechen heraus oder werden herausgepickt, weil sie vom Gestus und Anspruch her augenfälliger sind als etwa Italiener. Das hängt auch damit zusammen, daß die Kirchen seit Jahrhunderten den Islam als Erbfeind betrachteten und den Heiligen Propheten Mohammed zum Antichristen machen wollten, ohne zu sehen, daß Nächstenliebe zum Beispiel auch ein koranisches Gebot ist. Hinzu kommt die unselige Vergangenheit mit ihren Kreuzzügen und den lügenhaft als Dschihad deklarierten Feldzügen der Türken gegen Wien und so weiter. All dem haben sich zwar die besten Geistesgrößen Deutschlands entgegen gestemmt, die Islambewunderung von Goethe gibt da beredtes Zeugnis, aber letztlich ohne durchgreifenden Erfolg. Zudem hat eine Abwertung der Muslime, wie sie bei Karl May gang und gebe ist, dazu beigetragen, daß man Muslime gern von oben herab ansieht. Das merken Muslime natürlich oft, mit dem Ergebnis, daß sie sich zurückziehen und ins Ghetto abwandern. Integration zu fordern hilft wenig, wenn man unbewußt gar nicht will, daß sich jemand integriert und ihn viel lieber als Fremdkörper ansieht. Die Lösung in einer Rückführung muslimischer Zuwanderer zu suchen, halte ich für kurzschlüssig. Erstens, weil unsere Wirtschaft extrem darunter leiden würde, zweitens weil weder politisch, noch kulturell, noch ökonomisch das Bauen von Mauern hilft angesichts der Tatsache, daß wir Grenzen öffnen müssen, um überleben zu können, weil die Welt nun mal zusammenwächst und wir von Importen und Exporten leben. Das aber geht nicht ohne Menschlichkeit gegenüber dem Fremden. Der deutsche Charakter ist ja auch nicht monolithisch entstanden, ohne Annahme von Gutem, das andere zu bieten hatten. Warum sollten wir das verneinen? Wer zum Beispiel die muslimische Gastfreundschaft im Urlaub schätzen gelernt hat, wird vielleicht ebenfalls großherziger und hilfsbereiter werden. Das aber schadet doch nicht. Indes ist es sicherlich sinnvoll, mit Hilfe von Gesetzen Zuwanderern Auflagen zu erteilen, sonst haben wir Wildwuchs, der notwendige Ordnungen überwuchert.
Viele muslimische Jugendliche kommen aus patriarchalisch geprägten Strukturen, in denen Werte wie Opferbereitschaft und Gemeinschaftssinn einen hohen Stellenwert haben und treffen hier auf die durch und durch atomisierte und individualistische Gesellschaft des Westens. Sind da Konflikte nicht vorprogrammiert? In den muslimischen Kolonien der westlichen Großstädte treten ja äußerst beunruhigende und archaische Phänomene wie beispielsweise religiös motivierte Fememorde auf...
Unsitten und als verbrecherisch empfundene Verhaltensweisen legitimiert der Islam nicht. Das Gesetz des Korans und unser Grundgesetz sind da absolut kompatibel. Das deutsche Recht hat somit die Pflicht, grausame Rituale mit aller Schärfe und Strenge zu unterbinden beziehungsweise zu ahnden. Um aber dem Problem von der Wurzel her beizukommen, sollte man vom islamischen Wertekanon her argumentieren, also bei der Bestrafung oder im Zuge von Aufklärung nicht nur die westliche Gesetzgebung als Maß anführen. Im übrigen sind Großstädte in so genannten islamischen Ländern oftmals genau so ein Dschungel wie westliche Großstädte. Daß trotz aller Zerfallserscheinungen von Moral und so weiter bei Muslimen familiäre Bindungen noch einen hohen Rang einnehmen, ist für viele in unserem Lande doch eine positive Herausforderung. Und Konflikte müssen nicht unbedingt zu Zerwürfnissen führen oder gar offen ausgetragenen Feindschaften. Was wir brauchen, sind Brücken. Also auch den Wunsch, den anderen verstehen zu lernen, um für sich selbst daraus etwas zu ziehen, das einen selbst weiterbringt.
Wie sollte sich das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen in Europa gestalten?
Christen und Muslime sollten voneinander lernen. Gegensätze kann man auf die Dauer nicht aussitzen. Den anderen als Feind zu betrachten, schafft nur Kälte. Eine Kälte, die sich dann auch im eigenen Haus, also innerhalb der ursprünglich als heimatlich erlebten Sphäre, widerspiegelt. Wenn Türken sich wie Herrenmenschen, also als seien sie etwas besseres, aufführen, wird man diese Mentalität nicht durch Arroganz ausmerzen können. Sie zeigt ja letztlich nur eigene Unsicherheit und Verletzlichkeit. Stärke entsteht durch Ertragen und Verstehen dessen, was einen ärgert. Der Prophet Mohammed sagte einmal, daß ein jeder ein Spiegel für sein Gegenüber ist. Was uns am anderen mißfällt, deutet auf eigenes Fehlverhalten hin. Den anderen „Du“ sein zu lassen, ohne das persönliche „Ich“ zu überhöhen, bewirkt ein Aufweichen des Panzers. Muslime und Christen sollten lernen, miteinander zu reden, zu essen, zu feiern - und zu lernen. Das wäre eine Bereicherung für beide Seiten, erfordert aber Nachsicht und Geduld. Wut ist ein schlechter Ratgeber, Neid zerfrißt die Liebe. Der Koran fordert deswegen, daß wir miteinander im Tun des Guten wetteifern sollen. Beispielhaftes Verhalten ist immer fruchtbringender als Besserwisserei.
Immer wieder wird besorgt gefragt, ob der Islam überhaupt mit den westlichen Werten vereinbar ist. Kann der Islam in Europa sich überhaupt der säkularisierenden Tendenz dieser westlichen Werte unterordnen, wenn er sich nicht selbst aufgeben will?
Das Problem liegt weitgehend darin, daß die meisten Muslime den Koran nicht kennen, oder seine Lehre nicht befolgen. Wenn es im Koran heißt, daß Gott die Menschen auffordert „uneigennützig Gutes zu tun und zu spenden wie den Verwandten“ (Sure 16:91) oder „das Böse mit dem abzuwehren, was das Beste ist“ (Sure 41:35) und nicht über ein anderes Volk zu spotten (49:12) dann sind das nur drei Beispiele aus Hunderten, die belegen, daß sich Islam und Christentum viel näher sind, als die meisten Menschen glauben. Ich spreche hier nicht von Theologie, sondern vom praktischen Leben. Davon, daß der Prophet Mohammed gebot, daß ein jeder seinen Nachbarn auf bestmögliche Weise behandeln soll. Unwissen ist es, was das Klima zwischen Muslimen und Christen und umgekehrt vergiftet. Was die Politik betrifft, so ist es nicht wahr, daß im Islam Religion und Politik (Staat) immer eins sein müssen. Der Islam kennt sehr wohl auch die säkulare Idee, die Trennung von Staat und Kirche. Wir sollten bestimmte ideologische Vorstellungen von Mullahs (islamischen Geistlichen) nicht für wahr halten, es sind deren Auslegungen, die nicht übereinstimmen mit denen anderer hochrangiger Korangelehrter des Islams. Nur fallen unsere Medien und Politiker zu oft auf das Theatergedonner dieser selbsternannten Autoritäten rein und meinen somit, was diese Prediger sagen sei die ganze Wahrheit. Sie ist es nicht. Es gibt Hunderte von Kirchen innerhalb des Christentums. Und auch im Islam gibt es ungezählt viele verschiedene Richtungen. Daß einige sich aufspielen, etwa, weil ihr Ölreichtum ihnen eine gewisse Bedeutung verschafft hat, heißt keineswegs, daß ihre Auslegung des Korans immer stimmt. Im Gegenteil. Sie sehen ihn durch ihre gefärbte Brille. Und unsere Medien und Politiker fallen in ihre Netze, weil sie sich keine Kenntnis über das angeeignet haben, was andere muslimische Gelehrte sagen. Fundiertes Wissen ist vonnöten, dann unterliegt man nicht der Propaganda. Nur wer kompetent ist, vermag auch eigene Erkenntnisse, beispielsweise über die in Europa gewachsenen Werte, zu vermitteln.
Mit der Wahl Joseph Ratzingers zu Papst Benedikt XVI. ist ein Vertreter eines eher orthodoxen Katholizismus zum Nachfolger Petri gewählt worden. Steht Europa vor einer Renaissance des Religiösen?
Die Köpfe derjenigen, die nicht das Sagen haben, sind oft zu Spielbällen der Herrschenden in Politik, Wirtschaft und Vergnügungsindustrie verformt worden. Das Spiel von Reiz-Ausstrahlung und Reize abreagieren führt letztlich zur Sinnleere. Das hält auf die Dauer kein Mensch aus. Amokläufer, Selbstmordattentäter, Kulte und so weiter sind die Folge. Letztlich aber läßt sich das Gewissen der Menschen, die so verführt werden, nicht tot schlagen. Der Mensch ist von Natur aus ein Suchender. Und Religion ist nun mal der wirkungsreichste Weg, um in sich etwas zu finden, das Bestand hat. Von daher gesehen ist der Hunger nach Gerechtigkeit und Liebe unausrottbar, was bedeutet, daß das Pendel, das die meisten in Europa zum Ausleben von Gelüsten geführt hat, zurückschlagen wird. Es wird Kippeffekte geben, es wird Kurzschlußreaktionen geben, es wird Unruhe geben, weil das, was den Menschen geboten wird, nur wie Make-up ist. Es kaschiert und bringt nicht wirklich Frieden, Befriedigung, Zufriedenheit. All dies erwartet der Mensch von Gott, von der Religion, deren Weisungen zum Aufwachen aus Selbstbetrug, Selbsttäuschung und einer Selbsterniedrigung leiten kann, die zu krassem Egoismus und einer Versteinerung des Herzens beiträgt. Dem entgegen steht die Erfahrung des Geheimnisses der Natur, einer Selbsterkenntnis und des Göttlichen Wirkens, die Illusionen durchschaubar macht und den Sinn des Daseins letztlich verstehen läßt.
Kurzbiographie: Hadayatullah Hübsch, Jahrgang 1946, geboren als Paul-Gerhard Hübsch, war während der Studentenunruhen der APO in der linken Szene aktiv, unter anderem der Kommune 1. 1979 trat der Schriftsteller Hübsch in die islamische Reformbewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat ein. Er ist Imam Juma in der Nuur-Moschee in Frankfurt-Sachsenhausen, wo er die Freitagspredigt auf Deutsch hält. Von ihm erschienen Aufsätze in diversen Tageszeitungen, wie Die Welt, taz und Süddeutsche Zeitung. Acht Jahre war Hübsch für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig sowie Ende der 70er-/Anfang der 80er-Jahre als Reporter und Autor für den Jugendfunk des hr; außerdem war er Autor und Interviewpartner der Jungen Freiheit sowie Interviewpartner der Deutschen Stimme.
Hadayatullah Hübsch ist Herausgeber der beiden Zeitschriften Islam im Brennpunkt und Weißes Minarett.
Literaturempfehlungen:
Hadayatullah Hübsch: Jenseitsvorstellungen im Islam. Patmos, Düsseldorf, 221 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 3 491 72471 6
Hadayatullah Hübsch: Fanatische Krieger im Namen Allahs : die Wurzeln des islamistischen Terrors. Hugendubel, Kreuzlingen, München, 159 Seiten, 14,90 Euro, ISBN 3 7205 2296 2
Hadayatullah Hübsch: 99 Fragen und Antworten zum Islam. Betzel, Nienburg, 249 Seiten, 12,17 Euro, ISBN 3 9290 17 23 7
Eingetragen am 25.07.2007 von: Johannes Nagel
